Regionalbudget bietet neue Fördermöglichkeiten

In Leiberstung und Reichental können die Menschen wieder in fußläufiger Entfernung alles einkaufen, was sie zum täglichen Leben benötigen. Auf dem Bauernhofspielplatz auf der Sägmüllermatte in Lichtental herrscht Hochbetrieb. Viele Familien mit kleinen Kindern nutzen den Abenteuerspielplatz im Grünen zu einem kleinen Ausflug, während auf dem benachbarten Weg viele Spaziergänger und Radfahrer zur Geroldsauer Mühle unterwegs sind. In Forbach, Sinzheim, Bühlertal und Loffenau wird ebenfalls in touristische Gewerbe und Infrastruktur investiert.

Erfolgreiche Entwicklung seit 2015

Diese Projekte sind nur einige Beispiele dafür, wie mit dem europäischen Förderprogramm LEADER in der Region Mittelbaden seit Herbst 2015 eine zukunftsfähige Entwicklung auf unterschiedlichen Handlungsfeldern unterstützt wird. Insgesamt 2,34 Mio € an Fördermitteln der europäischen Union und des Landes Baden-Württemberg wurden in diesem Zeitraum für 34 Projekte in der Region bereitgestellt. Im Zentrum stehen die Ideen der Bürger in der Region, da sie selbst am besten wissen, was in ihrer Region fehlt und wohin diese sich zukünftig entwickeln soll. „Die bisherige Entwicklung ist aus unserer Sicht sehr erfreulich“, beurteilt Dr. Antje Wurz, die Regionalmanagerin der LEADER-Region Mittelbaden, den aktuellen Umsetzungsstand. „Allerdings finden wir es sehr bedauerlich, dass wir bisher vor allem mittlere bis größere Projekte unterstützt haben und nur wenige kleine oder gemeinnützige, bürgerschaftliche Projekte darunter sind. Bei einem Förderprogramm, dass bei den Bürgern der Region ansetzt, sollte eigentlich genau dieser Bereich im Zentrum stehen.“  Das recht komplizierte Förderverfahren schreckt viele von der Antragstellung ab. Außerdem schließt eine Bagatellgrenze bisher die Förderung von kleinen Projekten aus, die weniger als 5.000,- € Zuschuss erhalten würden.

Neue Möglichkeiten für kleine Projekte

Doch das soll sich jetzt ändern. Mit einem neuen Regionalbudget sollen Kleinprojekte nun in Schwung gebracht werden. Das neue Förderinstrument steht den LEADER-Regionen deutschlandweit zur Verfügung und soll auch in Baden-Württemberg genutzt werden. Die Mittel stammen aus dem Rahmenplan der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK)“ und werden vom Bund und den jeweiligen Bundesländern zur Verfügung gestellt. Jeder LEADER-Region, die das neue Förderinstrument nutzen möchte, steht dazu ein Budget von jährlich insgesamt 200.000,- € zur Verfügung, das sie für kleine Projekte in der Region vergeben kann. Davon stammen 180.000,- € aus Bundes- und Landesmitteln, 20.000,- € müssen die LEADER-Regionen selbst beisteuern. „Als wir von der neuen Fördermöglichkeit erfahren haben, haben wir sofort die Weichen gestellt, um das Regionalbudget auch bei uns in der Region nutzen zu können“, so die stellvertretende Vorsitzende der LEADER-Kulisse Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße, Walburga Eckert. „Wir hoffen, dass wir damit endlich schnell und unbürokratisch kleine Vorhaben unterstützen können. Außerdem können wir damit auch nach Ablauf der LEADER-Förderperiode bis mindestens 2021 die begonnene regionale Entwicklung fortführen. Diese Kontinuität ist uns sehr wichtig.“

Welche Projekte können gefördert werden?

Gefördert werden können kleine Projekte bis 20.000,- € Nettokosten, die Untergrenze liegt bei Vorhaben mit mindestens 625,- € Nettokosten. Die Projekte müssen einerseits einem der Bereiche „Dorfentwicklung“, „ländliche Infrastrukturen“, „Kleinstunternehmen der Grundversorgung“ oder „Einrichtungen für lokale Basisdienstleistungen“ des GAK-Rahmenplans entsprechen, andererseits die regionalen Entwicklungsziele der LEADER-Region unterstützen. Der Fördersatz beträgt für alle Projekte einheitlich 80 %, Eigenleistungen können unter bestimmten Voraussetzungen anteilig mit 60 % unterstützt werden. Förderfähig sind nur investive Vorhaben und die Anschaffung von dauerhaften Gegenständen, laufende Betriebskosten und Verbrauchsgüter können nicht gefördert werden. Kommunen, kleine Gewerbebetriebe, Vereine, natürliche Personen und Personengemeinschaften können die Förderung beantragen. „Es ist eine breite Palette von Projektideen denkbar, die Förderfähigkeit klären wir für jedes einzelne Projekt ab“, erläutert Regionalmanagerin Wurz. „Typische Beispiele sind Verkaufsautomaten, Ladestationen, dauerhafte Dorfverschönerungsmaßnahmen, Infotafeln, einfache Wohnmobilstellplätze und noch vieles mehr.“

Startschuss fällt noch dieses Jahr – Projektideen jetzt für 2019 einreichen!

Die Förderrichtlinie wird derzeit auf Landesebene abschließend abgestimmt, es soll aber noch dieses Jahr losgehen. Aus diesem Grund sammelt die LEADER-Geschäftsstelle im Forstamt Baden-Baden bereits jetzt förderfähige Projektideen für passende Kleinprojekte aus der Region und bietet Beratungen zur Förderung und den notwendigen Voraussetzungen an.