Touristische Projekte sind vielerorts der Motor der regionalen Entwicklung. Auch in unserer LEADER-Region ist diese Entwicklung zu beobachten. Für die erste Auswahlsitzung im  Rahmen des „Restmittelverfahrens“ am 01. Juli 2020 in Loffenau lagen  dem Auswahlausschuss insgesamt drei neue Projektanträge vor. Es handelte sich jeweils um privat-gewerbliche Projekte, zwei davon waren touristische Vorhaben.

500.000,- € Restmittel zur Verfügung

Das Land Baden-Württemberg hatte jeder LEADER-Region Anfang Mai noch einmal 500.000,- € EU-Mittel zur Verfügung gestellt. Bis spätestens Anfang Juli mussten diese Mittel vergeben werden. Alle drei in unserer Region eingereichten Anträge erhielten eine Förderzusage. Insgesamt hat das Auswahlgremium dafür rd. 134.400,- € Zuschuss beschlossen. 80.650,- € davon stammen von der EU aus dem LEADER-Programm, der Rest sind Mittel des Landes Baden-Württemberg. „Gerade angesichts der Corona-Krise ist uns die Unterstützung privater Investitionen in der Region ganz wichtig“, bekräftigt Haberecht.

Welche Projekte wurden gefördert?

In Loffenau werden Umbaumaßnahmen im Zuge der Nachfolgeregelung eines gastronomischen Betriebs gefördert. In Bühlertal erhält ein weiteres touristisches Vorhaben einen LEADER-Zuschuss für den Bau eines Backhauses mit Bienenhaus. Erstmals konnte im Bereich des Handlungsfelds 3 „Klima- und Ressourcenschutz“ ein innovatives, gewerbliches Projekt unterstützt werden. Ein kleines Unternehmen aus Sinzheim erhält einen Zuschuss. Es ist im Bereich der Forschung und Entwicklung biologisch abbaubarer Kunststoffe tätig und erhält einen Zuschuss für die Investition in eine vollautomatische Testanlage zum Test der biologischen Abbaubarkeit von Kunststoffen. Diese soll im Rahmen einer geplanten Betriebserweiterung am neuen Standort zum Einsatz kommen. „Projekte wie dieses sind innovativ und zukunftsfähig, das müssen wir unterstützen“, begründet Ausschussmitglied Thorsten Hauck, Amt für Strukturförderung im Landratsamt Rastatt, die Zustimmung des Auswahlausschusses für das Projekt.

Schnell sein – Restmittel jetzt beantragen!!

Bis zum Herbst können noch Fördermittel aus dem LEADER-Programm in der zweiten Phase des Restmittelverfahrens beantragt werden. Allerdings stehen diese Fördermittel den LEADER-Regionen nicht mehr direkt zur Verfügung. Es gibt einen landesweiten Restetopf, aus dem Zuschüsse nach dem „Windhundverfahren“ vergeben werden. Die LEADER-Aktionsgruppen können nun im Prinzip laufend über neu eingegangene Projektanträge entscheiden. Jeweils zum Monatsende müssen sie beim Land die Zuweisung der für diese Projekte benötigten Mittel beantragen. Förderzusagen können nur so lange erteilt werden, wie noch Mittel vorhanden sind.

Windhundverfahren mit besonderen Voraussetzungen

Da die Förderperiode mit Ablauf des Jahres endet, müssen alle Projekte bis Jahresende eine Bewilligung haben. Daher gelten für alle Projekte, die im Windhundverfahren eingereicht werden, besondere Rahmenbedingungen:

Das Auswahlgremium beschließt die Projekte unter dem Vorbehalt der Mittelverfügbarkeit. Die Projekte müssen kurzfristig umsetzungsreif sein. Dies bedeutet:

  • positiver LAG-Beschluss
  • vollständige Planung mit allen Berechnungen und Lageplänen
  • alle Genehmigungen vorliegend
  • private Projekte: alle Kosten vollständig mit drei Angeboten plausibilisiert
  • öffentliche Projekte: Kostenberechnung auf Basis DIN 276, damit Vergabeverfahren kurzfristig starten kann
  • vollständig gesicherte Finanzierung (Finanzierungsbestätigung der Hausbank vorliegend)
  • alle Formblätter zum Förderantrag ausgefüllt inkl. notweniger Bestätigungen
  • UD-Nr. vorhanden

Wenn die Förderung durch das Land bestätigt wurde, muss umgehend ein Antrag auf Bewilligung gestellt werden.

Hier finden Sie die Details: Projektaufruf Restmittelverfahren.

Interessierte Antragsteller werden dringend gebeten, sich vorab bei der Geschäftsstelle über die Förderfähigkeit Ihres Vorhabens zu informieren und den Antrag in enger Zusammenarbeit mit dem Regionalmanagement vorzubereiten!!