Das bisherige Ergebnis der LEADER-Region Mittelbaden kann sich im landesweiten Vergleich sehen lassen: Von zwölf bisher beschlossenen Projekten wurde zwar eines zurückgezogen, von den übrigen elf seien aber bereits sieben Projekte bewilligt worden. Davon sei ein kleineres Projekt, die Beschaffung eines Mulchers zur Landschaftspflege für die Ziegenfreunde Lauf, bereits abgeschlossen, die übrigen sechs befänden sich alle in der Umsetzung. „Bei zwei größeren Kooperationsprojekten, dem Masterplan für die Schwarzwaldhochstraße und einer Entwicklungskonzeption für brachfallende Reblagen in der LEADER-Region, ist bis spätestens Januar 2017 mit der Veröffentlichung der Ergebnisse zu rechnen“, führte Haberecht bei der Mitgliederversammlung des Vereins am 16.11.2016 aus. Für die bisher beschlossenen Projekte wurden insgesamt rund 532.000 Euro an Fördergeldern der EU und rund 84.000 Euro an Landesmitteln beschlossen, so dass bis Mitte 2018 noch etwas mehr als 700.000 Euro an EU-Mitteln zur Verfügung ständen.

„Gerade seit den letzten beiden Monaten sind viele Leute mit ihren Projektideen zu uns gekommen und wir führen sehr viele Beratungsgespräche. Daran sieht man, dass unsere Öffentlichkeitsarbeit Früchte trägt und LEADER langsam in allen Teilen der Region bekannt geworden ist“, ergänzte Geschäftsführerin Dr. Antje Wurz die Ausführungen des Vorsitzenden. Die Erfahrungen aus der Förder- und Beratungspraxis nach dem ersten Jahr seit dem Start der Geschäftsstelle zeigten aber auch, dass einige Aktualisierungen am Regionalen Entwicklungskonzept (REK) notwendig seien. In den Gesprächen mit den Antragstellern werde immer wieder deutlich, dass manche der im REK formulierten Ziele nicht eindeutig oder missverständlich seien oder gar nicht über das LEADER-Programm gefördert werden könnten, betonte sie in ihrer Einführung zu diesem Tagesordnungspunkt. Der vorgelegte Entwurf, der von der Mitgliederversammlung einstimmig verabschiedet wurde, tastet die zentralen Inhalte und Handlungsfelder des REK nicht an, sondern zielt auf verständlichere Zielformulierungen und tatsächlich förderfähige Tatbestände ab. Die neu formulierten Entwicklungsziele sollen zukünftig auch bei der Projektauswahl ein stärkeres Gewicht bekommen. Aus diesem Grund wurde der Projektbewertungsbogen überarbeitet und von den Mitgliedern beschlossen. Als weiterer Tagesordnungspunkt standen einige kleinere Satzungsänderungen an.

Um die Zahl der privaten Projekte zu erhöhen, wurden darüber hinaus höhere Fördersätze  für Existenzgründungen und gemeinwohlorientierte private Projekte von der Mitgliederversammlung beschlossen. „Das Interesse privater Antragsteller an einer LEADER-Förderung ist bei uns deutlich angestiegen. Aber viele schreckt der bürokratische Aufwand dann doch ab. Hier müssen wir deutliche Anreize setzen, damit sich der Aufwand für private Antragsteller wirklich lohnt“, begründete die Geschäftsführerin diesen Schritt. Zusammen mit dem Vorsitzenden geht sie davon aus, dass mit diesen Entscheidungen die positive Entwicklung gestärkt werde und in 2017 zahlreiche weitere Projekte auf den Weg gebracht werden können.

Während die neuen Fördersätze und der neue Projektauswahlbogen schon im nächsten Projektaufruf zur Anwendung kommen können, muss die Satzungsänderung zunächst noch durch das Registergericht genehmigt werden.