Einmal Elefanten beim Baden im Fluss beobachten, Löwenrudeln bei der Jagd zusehen und die Wanderungen großer Tierherden erleben – das lockt viele Menschen aus Europa nach Afrika. Wem eine Reise nach Afrika zu weit ist, der hat bald die Möglichkeit, afrikanische Wildnis in Forbach hautnah zu erleben. Denn aus der ehemaligen Heinrich-Kastner-Jugendherberge in Forbach wird die „Black Forest Safari Lodge“, ein innovativer Beherbergungsbetrieb für Selbstversorgergruppen nach dem Stilmotto „Afrika trifft auf Schwarzwald“.

Die Heinrich-Kastner-Jugendherberge in Forbach wird zur „Black Forest Safari Lodge“

 

Neben 40 Übernachtungsplätzen in Zweibett- und Familienzimmern sowie einer exklusiven Ferienwohnung, alles im afrikanischen Stil gestaltet, runden eine Outdoorküche mit südafrikanischem „Braai“-Grillplatz sowie ein uriger Outdoor-Spa-Bereich mit Holzfassinstallationen den Charakter einer Safari-Lodge ab. Das Freizeit- und Kulturprogramm des Hauses wird die Themen „Afrika“, „Schwarzwald“ und „Wildnis“ ebenfalls mit einem breitgefächerten Angebot aufgreifen. Die neuen Besitzer, die hauptberuflich seit über 20 Jahren Filmdokumentationen und Reportagen über Afrika produzieren, möchten mit diesem Konzept Verständnis für die Bedürfnisse und Themen des jeweils anderen Kontinents wecken und den Austausch und die Verständigung zwischen Menschen aus Afrika und Deutschland fördern.

Neue Impulse für Forbach erwartet

„Dieses Konzept ist wirklich innovativ und wird einen starken Impuls für Forbach geben!“ Damit sprach Forbachs Bürgermeisterin Katrin Buhrke im Auswahlausschuss der LEADER-Aktionsgruppe Mittelbaden allen Ausschussmitgliedern aus dem Herzen. Der Ausschuss hat sich in seiner Sitzung auf dem Obstgut Leisberg am 18. Juli 2018 einstimmig dafür ausgesprochen, das Projekt mit einem Zuschuss von 200.000,- € aus dem LEADER-Programm der EU und Mitteln des Landes Baden-Württemberg zu fördern.

Rebland-Konzeption trägt erste Früchte

Auch vom zweiten Projekt, das in dieser Sitzung verabschiedet wurde, erhofft sich der Verein Regionalentwicklung Mittelbaden Schwarzwaldhochstraße e. V. ein starkes Signal für die Region. Bereits seit dem Beginn der Förderperiode bildet das Thema „Reblagen und Weinbau“ einen der Förderschwerpunkte. Mit der „Konzeption für brachfallende Reblagen und die Sanierung von Trockenmauern“ wurden 2017 Maßnahmenvorschläge für den Erhalt der Reblagen als Teil der traditionellen Kulturlandschaft vorgelegt. Auch touristische Ideen standen dabei im Fokus. Mit dem Bau einer Schautrockenmauer am Mauerberg beim Schloss Neuweier wird nun eine Idee auf den Weg gebracht, die Bürger, Winzer und Experten verschiedener Fachrichtungen in einem Workshop im Rahmen dieser Konzeption entwickelt haben.

 

Traditionelle Trockenmauern wie hier am Mauerberg prägen das Bild unserer Weinbaukulturlandschaft.

 

Lebensraum Trockenmauer anschaulich erklärt

Als ‚offene Baustelle‘ soll die Schautrockenmauer die verschiedenen Bestandteile einer Weinbergtrockenmauer in der historischen Bauweise zeigen. Hier wird auf Schautafeln anschaulich erklärt, wie die Trockenmauerterrassierung das Kleinklima, den Boden und damit letztlich auch die Qualität des Wein beeinflusst und welche wertvollen Lebensräume eine Trockenmauer bietet. Mit ihrem Standort im touristischen Zentrum von Neuweier gegenüber der Winzergenossenschaft und in direkter Nähe zum Schloss soll sie dazu einladen, die Trockenmauern am Mauerberg zu erkunden und könnte so Ausgangspunkt für geführte Wanderungen und historische Führungen werden.

Altes Wissen über Trockenmauerbau für Jung und Alt bewahren

„Das traditionelle Wissen über den Trockenmauerbau ist fast vollständig verlorengegangen“, erklärte der Antragsteller bei der Projektvorstellung vor dem Auswahlgremium. „An der Schaumauer könnten wir zum Beispiel auch mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und dieses Wissen weitergeben, denn im Gelände des Mauerbergs wäre das vor allem für kleinere Kinder zu gefährlich. Außerdem könnte die Mauer als Anschauungsobjekt für Fachfirmen dienen, die mit der Sanierung von Trockenmauern beauftragt werden.“ Die LEADER-Aktionsgruppe Mittelbaden wird dieses Projekt mit einem Zuschuss von rund 40.000,- € aus EU- und Landesmitteln fördern, zusätzlich übernimmt die Stadt Baden-Baden einen Teil der Kosten dieses Projekts. „Das ist eine Win-Win-Situation für alle!“, freute sich Ausschussmitglied Ulrich Hildner nach dem Beschluss.

Nach der Sitzung besichtigten die Ausschussmitglieder noch das Obstgut Leisberg, dessen Öffnung ebenfalls mit LEADER-Mitteln unterstützt wurde, und ließen den Abend mit einem kleinen Sommerfest vor Ort ausklingen.