Fast hätten die Schaufeln nicht für alle Beteiligten ausgereicht. Zum symbolischen Spatenstich für den Wegebau am Obstgut Leisberg waren viele Projektpartner, Förderer und Unterstützer gekommen. Das Vorhaben, das ehemalige Obstgut Leisberg für die Bürger zu öffnen, genießt nicht nur im Rathaus eine hohe Priorität, sondern hat mittlerweile zahlreiche Unterstützer in der Baden-Badener Bürgerschaft gefunden.

Fröhlicher Spatenstich – Projektpartner, Förderer und Unterstützer greifen zur Schaufel.
Bild: Stadt Baden-Baden

 

LEADER-Projekt wie aus dem Bilderbuch

Dass diese breite Unterstützung kennzeichnend für das Projekt ist, hoben alle Redner hervor. „Wenn die Pflege der historischen Kulturlandschaft mit bewusstseinsbildenden Aktionen für die Bevölkerung verbunden wird, gleichzeitig ein attraktives Ausflugsziel entsteht und dabei Vereine, engagierte Bürger und die Kommune eng zusammenarbeiten, dann ist das ein LEADER-Projekt wie aus dem Bilderbuch“, lobte LEADER-Geschäftsführerin Dr. Antje Wurz das Konzept des Projekts. Mit der Idee, das brachliegende ehemalige Obstgut Leisberg für die Baden-Badener Bürger zu öffnen und hier das Thema Obstbau auf Streuobstwiesen erlebbar zu machen, habe die Stadt Baden-Baden bei der LEADER-Auswahlsitzung im Dezember 2016 ins Schwarze getroffen und eine Förderzusage über 115.800 ,- € erhalten. Die Fläche soll als naturnahes Erholungsgebiet dienen, das Lücken in den Wander- und Fußwegverbindungen zwischen Innenstadt und Geroldsau schließt.

Bürgergemeinschaft Unterbeuern: Baumpatenschaften und pädagogisches Programm

Wichtigster Partner der Stadt ist die Bürgergemeinschaft Unterbeuern e.V., die für die von ihr betreuten Projektteile ebenfalls Fördermittel aus dem LEADER-Programm erhält. Sie hat die Pflege und Nutzung der rund 280 Obstbäume übernommen und begleitet diese mit einem umfangreichen naturpädagogischen Programm. Bei einem Versteigerungstermin im Frühjahr konnten die Baden-Badener Bürger Patenschaften für diese Obstbäume erwerben. Der Andrang war so groß, dass manche Interessenten sogar leer ausgingen. Aber auch Landwirte, eine Imkerin und zahlreiche andere Bürger unterstützen das Projekt aktiv oder mit Spenden.

Stadt stellt Infrastruktur bereit

Die Stadt stellt in dem Projekt die Infrastruktur für die zukünftige Nutzung bereit: Neben einer Grundpflege des Gehölzbestands im vergangenen Frühjahr besteht die größte Investition darin, einen Rundweg durch das Obstgut sowie Verbindungswege zum Anschluss an den Leisbergweg zu bauen. Außerdem soll die extensive Grünanlage mit Bänken und Papierkörben ausgestattet werden. Der Förderantrag liegt derzeit noch zur Bewilligung beim Regierungspräsidium, mit den Arbeiten konnte aber dennoch bereits begonnen werden. Mit dem ersten Spatenstich für den Wegebau wird ein wichtiger Abschnitt im Gesamtprojekt markiert, bevor das Gelände voraussichtlich im Herbst der Öffentlichkeit übergeben werden kann.